• Amon Thein

Unser Azubi macht ein Sabbatical

Aktualisiert: 5. Okt.

Unser Azubi Julian macht Pause. Eine aufregende Reise durch Südamerika steht an. Was er geplant hat und warum wir uns entschieden haben, ihm das Abenteuer zu ermöglichen, lest ihr hier.


Schon als Julian ein Praktikum bei uns anfing, hat er mir von seinem Plan erzählt, ein Sabbatical zu machen. Auf dem Rad. Durch Asien, den nahen Osten oder Südamerika. Nach dem Praktikum nahm er damals unser Azubi-Angebot als Mediengestalter Bild & Ton an - und wir machten den Deal, dass er während der Ausbildung seine Reise antreten darf. Bei vollem Gehalt. Warum haben wir so entschieden?


Der größte Antrieb für das Filmemachen


Ich selbst bin überzeugt, dass der beste Antrieb immer die eigene Passion ist. Das zu tun, was ich liebe, und mit anderen einen Raum dafür zu schaffen, das war im Alter von 23 Jahren meine Vision. Daraus entstand komplett autodidaktisch unsere Filmproduktion Schwarzseher, mit heute 16 Mitarbeiter:innen.


Auch meinen Kollegen Julian habe ich als jemanden kennengelernt, der sehr mit seiner Leidenschaft für das Filmemachen tief verbunden ist. Er war mal Schiffsmechaniker, hat in Hotels gejobbt, in China studiert — aber sein großer Traum war immer, Kameramann zu werden. Das hat man am Leuchten in seinen Augen gesehen. Schwarzseher ist für ihn der Raum geworden, wo er diesen Traum wahr macht. Ganz wie ich es mir damals für mein Unternehmen gewünscht hatte.


Meine Überzeugung ist, dass jede:r seinen eigenen Weg finden muss, um zu seinem:ihrem persönlichen Ziel zu kommen. Julians Weg ist eben auf sich allein gestellt eine Abenteuer-Radreise in den Amazonas zu machen, darüber eine Doku zu drehen und eine Crowdfunding-Kampagne zu starten. Julian hat mir begeistert von den Filmen auf ARTE erzählt, die er über solche Reisen gesehen hat. Er liebt das. Manchmal kam er morgens mit dem Rad von Wilhelmshaven nach Oldenburg zur Arbeit. Als wäre das nichts. Erzählte beim Kaffee mit leuchtenden Augen von der aufgehenden Sonne über den Feldern, der Ruhe.


"Das Rad, dann diese Momente, wenn du einfach fährst und dann nicht weißt, wo du schläfst. Du weißt auch nicht, wo du ein Essen bekommst. Das ist so ein Antrieb bei mir. Der Alltagsstress hört auf, nur noch diese elementaren Bausteine: Essen, trinken, schlafen. Dieses Abenteuer wollte ich schon immer erleben und schon immer mal filmen." — Julian, Azubi Schwarzseher

Es braucht alle im Team, um eine solche Entscheidung zu treffen


Bei uns treffe nicht ich als Eigentümer allein solche Entscheidungen. Mitbestimmung ist bei uns wichtig und jeden Tag lerne ich mehr, wie die Macht, die ich als Inhaber habe, sinnvoll an die richtigen Stellen delegiert werden kann. Julians Traum hat einige Fragen und auch Unmut aufgeworfen. Können und dürfen wir ihn weiter bezahlen, wenn er nicht für uns arbeitet? Wollen wir ihm Technik zur Verfügung stellen, die vielleicht aus Versehen in den Anden kaputt geht? Können wir es als Team tragen, dass jemand eine halbjährige Auszeit nehmen kann, noch dazu in der Ausbildung?

Wir haben versucht, alle bei dem Thema abzuholen und Feedback mit einzubeziehen. Wir haben die Kosten durchgerechnet und überlegt, was Julian vielleicht an Content für uns zur Verfügung stellen könnte. Am Ende wurde die Entscheidung getroffen, ihm ein Laptop zu kaufen, das Gehalt weiter zu zahlen und als Koproduzent seiner Doku einzusteigen. Der Eindruck ist, dass ihn alle im Team unterstützen wollen - aber eine einfache Entscheidung ist es nicht. Ich sehe es so, wie sonst auch in Projekten: ausprobieren! Im besten Fall haben wir die Grundlage für ein aufregendes Abenteuer und eine tolle Doku geschaffen und Julian hat wertvolle Erfahrungen gesammelt, die er nach seiner Rückkehr für uns alle im Unternehmen einbringen kann.


Sabbatical — und dann?

Julian hat sich Anfang September auf den Weg gemacht und schon einiges erlebt, wie ihr auf Instagram sehen könnt. Folgt ihm dort gerne. Er wird jetzt sechs Monate lang seine Ausbildung pausieren, zumindest auf dem Zettel — aber ich bin überzeugt davon, dass er, auf sich allein gestellt, ganz viel lernen wird für seinen Weg zum Kameramann. Und natürlich werden auch wir als Unternehmen und als Team davon profitieren. Ich bin sehr gespannt wie unser gemeinsames Abenteuer ausgeht und freue mich schon auf seine Rückkehr zu uns in die Ausbildung. Wer wird er dann wohl sein und was wird er erlebt haben?


Im zweiten Teil dieser kleinen Reihe interviewe ich Julian zu seinen Beweggründen für die Reise, wie wir das als Team geregelt haben und was genau seine Pläne sind. Und später werde ich mit ihm einchecken, in Südamerika, und euch berichten, wie es ihm ergangen ist. Bleibt also gerne dran! Abonniert dafür gerne unseren Newsletter um auf dem Stand zu bleiben, dort bekommt ihr auch regelmäßig Hacks, Tipps und neue Tools für Video und Social Media.



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